Förderung bei Kindern – Persönlichkeitsentwicklung wichtiger als schulische Leistungen

Bepanthen Kinderförderung befragt Eltern zum Thema Freizeitgestaltung bei Kindern

Jedes fünfte Kind hat an mehr als der Hälfte der Woche feste Freizeit-Termine, jedes vierte wird von den Eltern bei der Wahl der Freizeitaktivität beeinflusst / Jede dritte Familie ist sich darüber unsicher, wie die optimale Freizeitgestaltung des Kindes aussehen sollte

elternbefragung
Hoch hinaus – Kinder sollten selbst ihre Grenzen spielerisch austesten. Das stärkt das Selbstbewusstsein.

Leverkusen, 17. Oktober, 2016 – Nahezu jede zweite Familie misst der Persönlichkeitsentwicklung ihrer Sprösslinge die größte Bedeutung zu, nur für jede vierte stehen die schulischen Leistungen an erster Stelle. Schlusslichter hingegen sind sportliche Aktivitäten mit lediglich zehn und Kreativität mit acht Prozent Zustimmung. So das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Bepanthen Kinderförderung, für die insgesamt 1.008 Eltern von Kindern zwischen 6 und 16 Jahren befragt wurden.

Dabei gibt es nochmals deutliche Unterschiede im Hinblick auf das Alter und das durchschnittliche Haushaltseinkommen der befragten Familien: Während 38 Prozent der 18- bis 39-Jährigen Eltern die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes als besonders wichtig erachten, sehen das genau die Hälfte der Befragten im Alter über 50 Jahren. Ähnlich sieht es auch bei Familien mit durchschnittlichem, monatlichem Haushaltseinkommen von über 3.000 Euro aus: Für jede zweite Familie ist die Persönlichkeitsentwicklung wichtiger als die schulischen Leistungen. Familien mit einem Einkommen unter 3.000 Euro monatlich bewerten die eigene Persönlichkeitsentwicklung sowie die schulischen Leistungen dagegen in etwa gleich, diese müssen ausbalanciert sein.

Unsicherheiten resultieren in Überförderung
Es ist mehr als verständlich, dass die Mehrheit der Eltern versucht, für ihr Kind das beste Förder- und Freizeitprogramm zusammen zu stellen.
Viele haben jedoch Zweifel darüber, wie genau die optimale Förderung gestaltet sein muss. Unsicherheiten haben hier unterschiedliche Gründe: Knapp die Hälfte meint, sie könnten ihr Kind noch mehr fördern, wenn sie mehr Zeit hätten, während sich ein Drittel mehr Geld wünscht für eine bessere Förderung. Jede dritte Familie gab zudem an, dass sie manchmal grundsätzlich unsicher ist, wie sie ihr Kind am besten fördern kann. Dies kann oftmals dazu führen, dass Eltern mehr Freizeitaktivitäten für das Kind einplanen als notwendig oder kindergerecht.

Diese Entscheidung folgt einem tiefverwurzelten Wunsch: Meinem Kind soll es später besser gehen als mir heute. Dies fand die Bepanthen Kinderförderung bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Universität Bielefeld heraus, als sie die Stressbefindlichkeiten von Kindern und Jugendlichen(1) untersuchte. Resultate belegen, dass Eltern sich darum bemühen, das Kind zu fördern, um ihm eine möglichst erfolgreiche und gesicherte Zukunft zu garantieren. Problematisch ist dabei, dass neun von zehn Familien ihre Erwartungen an das eigene Kind nicht reflektieren und dadurch unbewusst einen hohen Erfolgsdruck ausüben. Die Kinder hingegen sagen, sie haben nur wenige Möglichkeiten, ihre Zeit außerhalb der Schule selbst zu gestalten, hinzu kommt die Angst, die Eltern zu enttäuschen.

Kinder im Freizeit-Stress
Ebenso belegt die Forsa-Umfrage, dass Eltern dieses Bedürfnis kaum wahrnehmen. Der Großteil ist sogar durchaus zufrieden mit der Auslastung an Freizeitaktivitäten ihrer Kinder. Zwei Drittel geben an, dass das eigene Kind an weniger als der Hälfte der Wochentage feste Termine für seine Hobbies wie z.B. Fußballtraining, Theaterproben oder Klavierunterricht hat. Nur jedes fünfte Elternteil verplant das Kind an mehr als der Hälfte der Wochentage für feste Freizeit-Termine. Bei jeder zehnten Familie hat das Kind sogar keinerlei Verpflichtungen. Zusätzlich bekräftigte der Großteil der befragten Elternteile, dass die Initiative vom Kind selbst kam. Nur jedes vierte Kind wurde von den Eltern zur Ausübung einer Freizeitbeschäftigung ermutigt.

Dennoch stehen laut Stress-Studie bereits 18 Prozent der sechs- bis elfjährigen und 19 Prozent der zwölf- bis 16-Jährigen in Deutschland unter hohem Stress. Grund hierfür ist vor allem, dass Kinder Termine oft wahrnehmen müssen, die ihnen keinen Spaß machen. Neun von zehn Kindern wünschen sich sogar bewusst mehr Zeit für Dinge, die ihnen Spaß bereiten, oder einfach Zeit zum Nichts-Tun und Fantasieren.

Schirmherrin der Bepanthen Kinderförderung, Katia Saalfrank rät daher: „Eltern kennen ihr Kind am besten und sollten daher offen mit der Freizeitgestaltung umgehen. Zuhören und das Kind einbeziehen sind die ersten Schritte. Sollte es nicht so laufen, wie gewünscht, das Kind ermutigen, aber nicht drängen. Hier können Symptome wie Zorn, Bauchschmerzen oder Schlaflosigkeit Anzeichen einer Überforderung sein.“

Tabelle1: Beim eigenen Kind ist am wichtigsten die Förderung von/ der* (Angaben in %):

  eigenen Persönlichkeitsentwicklung schulischen Leistungen sportlichen Aktivitäten Kreativität alle gleich wichtig
insgesamt 43 26 10 8 12
18- bis 39-Jährige 38 28 11 8 15
40- bis 49-Jährige 43 24 11 8 12
50 Jahre und älter 50 24 7 9 8
Haushaltsnetto-einkommen:          
unter € 2.000 34 29 14 7 16
2.000 bis 3.000 € 34 32 14 9 11
über € 3.000 48 22 9 8 12

 * an 100 Prozent fehlenden Antworten = „weiß nicht“ bzw. „unterschiedlich“


Tabelle 2: Das Kind hat normalerweise feste Termine in der Freizeit an* (Angaben in %):

  weniger als der Hälfte der Wochentagen mehr als der Hälfte der Wochentage unterschiedlich hat keine festen Termine
insgesamt 64 20 2 12

 * an 100 Prozent fehlenden Antworten = „weiß nicht“ bzw. „unterschiedlich“


Tabelle 3: Die Initiative, das Hobby zu wählen, kam vom Kind selbst* (Angaben in %):

  ja nein, ich habe das Kind ermutigt
insgesamt 65 25

* an 100 Prozent fehlenden Antworten = „weiß nicht“ bzw. „unterschiedlich“


Tabelle 4: Meinungen zur Förderung des Kindes* (Angaben in %):

  Ich versuche, mein Kind so gut wie möglich zu fördern. Wenn ich mehr Zeit hätte, könnte ich mein Kind noch mehr fördern. Wenn ich mehr Geld hätte, könnte ich mein Kind noch mehr fördern. Manchmal bin ich mir unsicher, wie ich mein Kind am besten fördern kann. Nichts davon.
insgesamt 84 43 28 29 3
Männer 80 54 31 32 3
Frauen 88 35 26 27 3

* an 100 Prozent fehlenden Antworten = „weiß nicht“ bzw. „unterschiedlich“

Unterstützung durch die Bepanthen Kinderförderung

Die Bepanthen Kinderförderung befasst sich seit 2008 mit gesellschaftskritischen Themen aus Kindersicht. Zur Aufklärung der Öffentlichkeit sowie um Aufmerksamkeit zu schaffen, erhebt die Bepanthen Kinderförderung alle zwei Jahre belastbare Studien. Mit der aktuellen Stress-Studie möchte die Bepanthen-Kinderförderung für das Thema Stress bei Kindern sensibilisieren. Darüber hinaus setzt sich die Bepanthen Kinderförderung seit 2008 für sozial benachteiligte Kinder in Deutschland ein und unterstützt das Kinderhilfsprojekt „Die Arche e.V.“ mit Förderprogrammen und jährlichen Geldspenden. Derzeit sind 2,5 Millionen Kinder hierzulande von Armut betroffen. Weitere Informationen unter www.kinderförderung.org.

Produkt-Navigator Produkte und Therapiegebiete
Produkt Navigator
Vorsicht Fälschung
Facebook
Telefonhotlines

http://www.gesundheit.bayer.de/scripts/pages/de/engagement/bepanthen-kinderfoerderung/index.php?print=1&print=1&print=1

Copyright © Bayer Vital GmbH