News

Aktuelle Meldungen, Informationen und Hinweise

Zollstatistik 2011: Arzneimittel im Wert von über drei Millionen Euro beschlagnahmt

Im Jahr 2011 haben die deutschen Zollbehörden gefälschte Arzneimittel im Wert von 3,1 Millionen Euro sichergestellt. Dies bedeutet einen Anstieg um mehr als das Dreifache gegenüber 2010. Laut der im März veröffentlichten Jahresbilanz hat der Zoll im vergangenen Jahr verhindert, dass insgesamt gefälschte Waren im Wert von 82,6 Millionen Euro in den Verkehr gebracht wurden. Rund 75 Prozent stammten davon aus China und Hongkong.

Die meisten Produkte gelangen über das Internet zum Kunden. Der Onlinevertrieb ist für die Fälscher eine vergleichsweise lukrative und risikoarme Alternative zu herkömmlichen Absatzwegen. Zudem wird es für den Verbraucher zunehmend schwerer, sich bei Internetangeboten zu orientieren. Bilder und Produktbeschreibungen lassen kaum nachvollziehen, ob es sich bei den angebotenen Produkten um Originale oder Kopien handelt. Teilweise werden ganze Internetauftritte gefälscht. Dr. Rüdiger Stihl, Vorstandsvorsitzender des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM) betont: „Mangelhafte Verarbeitung und der Einsatz minderwertiger Materialien lassen gefälschte Produkte schnell zur Gefahr für Gesundheit und Sicherheit der Käufer werden.“ Ein Verbraucherschutz, der die Kunden über die Gefahren von Produkt- und Markenpiraterie aufklärt, sei daher dringend erforderlich.

Quelle: APM Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie (www.markenpiraterie-apm.de/168-0-PM-Zollstatistik-2011.html)
17.04.2012

Mehr Schutz vor Arzneimittelfälschungen: Bundeskabinett beschließt Änderung des Arzneimittelgesetzes

Mitte Februar hat das Bundeskabinett den Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften beschlossen. Damit sollen das Arzneimittelgesetz (AMG) und weitere nationale Vorschriften an europäische Richtlinien angepasst werden.

Neben der stärkeren Überwachung von Arzneimitteln nach Zulassung sieht der Regierungsentwurf auch einen besseren Schutz vor Produktfälschungen vor, etwa indem die Anforderungen an die Beteiligten der legalen Lieferkette konkreter und transparenter ausgestaltet werden. Für bestimmte Medikamente sind zudem besondere Sicherheitsmerkmale auf der Packung geplant, die der besseren Identifizierung von Originalprodukten dienen.

Ferner sieht der Regierungsentwurf vor, bestehende Wettbewerbsverzerrungen zwischen deutschen und ausländischen Versandapotheken zu beseitigen. Für beide sollen künftig dieselben Preisvorschriften gelten.

Bundestag und Bundesrat müssen dem Entwurf noch zustimmen. Das Gesetz soll im Juli 2012 in Kraft treten.

Weitere Informationen http://www.bmg.bund.de
13.03.2012

Deutschland unterzeichnet Übereinkommen gegen Arzneimittelfälschung

Deutschland gehört zu den ersten zwölf Ländern, die am 28. Oktober 2011 in Moskau das „Übereinkommen des Europarats über die Fälschung von Arzneimitteln und Medizinprodukten und über ähnliche die öffentliche Gesundheit gefährdende Straftaten“ unterzeichnet haben. Ziel des Abkommens ist es, erstmals einen internationalen Rechtsrahmen zu schaffen, der das Fälschen von Arzneimitteln und Medizinprodukten strafrechtlich sanktioniert.

Die unterzeichnenden Länder sorgen dafür, dass Arzneimittelfälschungen national geahndet und bestraft werden. Sie beschlagnahmen gefälschte Arzneimittel – Markenprodukte ebenso wie Generika – und die daraus erzielten Gelder. Zudem schulen sie speziell Mitarbeiter, um noch wirksamer gegen Arzneimittelfälscher vorzugehen. Jedes Land richtet zusätzliche eine Kontaktstelle ein, um Informationen unter den Unterzeichnerstaaten leichter und schneller austauschen zu können.

Das Übereinkommen tritt drei Monate, nachdem fünf Staaten den Vertrag unterzeichnet haben, in Kraft. Darunter müssen mindestens drei des Europarats sein. Es dient als Ergänzung zur EU-Richtlinie gegen Arzneimittelfälschungen (siehe News vom 22.02.2011). Auch Staaten, die dem 47 Mitglieder zählenden Europarat nicht angehören, können sich dem Abkommen anschließen.

Quelle: Website Bundesgesundheitsministerium (www.bundesgesundheitsministerium.de)
01.12.2011

Vorsicht beim Medikamentenkauf im Urlaub

Sommerzeit ist Reisezeit. Millionen Urlauber lockt in den Ferien die Lust auf Sonne, Strand und ferne Länder. Was viele beim Kofferpacken vergessen: Auch die Reiseapotheke gehört ins Gepäck. Wer sich im Ausland mit vermeintlich kostengünstigen Medikamenten eindeckt, kann seine Gesundheit erheblich gefährden. Rund acht bis zehn Prozent der Arzneimittel weltweit, so schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), beinhalten entweder einen falschen Wirkstoff, nicht die richtige Dosis oder überhaupt keinen Inhaltsstoff. Urlauber sollten insbesondere dann skeptisch werden, wenn sie verschreibungspflichtige Medikamente in ausländischen Apotheken ohne ärztliches Rezept erhalten.

Gut gemachte Plagiate sind von Originalprodukten meist kaum zu unterscheiden. Deutliche Anzeichen einer Fälschung können eine beschädigte Verpackung sowie ein lückenhafter oder fehlender Beipackzettel sein. Auch lose verkaufte Tabletten sind grundsätzlich verdächtig. Besonders auf Wochenmärkten und bei Straßenhändlern sollten Käufer vorsichtig sein. Zunehmend werden ihnen hier auch vermeintliche Lifestyle-Medikamente wie etwa Potenzmittel angeboten.

Am besten können sich Reisende vor Arzneimittelfälschung schützen, wenn sie noch in Deutschland die wichtigsten Präparate gegen Kopfschmerzen, Übelkeit oder Durchfall bei ihrem Apotheker erwerben. So vermeiden sie Anwendungsfehler aufgrund des fehlenden deutschsprachigen Beipackzettels in ausländischen Medikamentenpackungen. Apotheken bieten in der Regel Beratung zur richtigen Zusammenstellung der Reiseapotheke.

Patienten, die dauerhaft Medikamente einnehmen müssen, wird empfohlen, etwa ein Drittel mehr mitzunehmen als geplant. Gegebenenfalls kann der Arzt vorab die nötigen Rezepte ausstellen. Unterwegs gehören die Arzneimittel ins Handgepäck, denn im Koffer könnten sie verloren gehen oder verspätet ankommen. Falls es zu Platzproblemen kommt, kann der Karton zu Hause bleiben.
11.08.2011

Zollbilanz 2010: Arzneimittelfälschungen nach wie vor bedrohlich

Die Marken- und Produktpiraterie ist für Verbraucher in Deutschland nach wie vor eine ernste Bedrohung. Laut seiner kürzlich veröffentlichten Jahresbilanz 2010 hat der deutsche Zoll mehr als 2,4 Millionen gefälschte Waren im Wert von rund 96 Millionen Euro an den Grenzen gestoppt. Darunter befanden sich zahlreiche Arzneimittelfälschungen aus aller Welt. Die Apothekerverbände mahnen daher die Käufer zur Wachsamkeit. „Die sicherste Art und Weise, ein geprüftes Medikament zu bekommen, ist der Gang zur Apotheke um die Ecke“, rät Heinz-Günter Wolf, Präsident der Bundesver¬einigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Der Arzneimittelkauf bei dubiosen Internetadressen im Ausland stelle nicht nur eine Gefahr für das eigene Konto, sondern auch für die Gesundheit dar.

Im Jahr 2010 hat der Zoll nach Angaben der Zentralstelle Gewerblicher Rechtschutz in 574 Fällen gefälschte oder nicht zugelassene Arzneimittel beschlagnahmt. Die Präparate stammten dabei vornehmlich aus Asien. Den zunehmenden illegalen Handel mit Arzneimitteln bestätigt auch das Zollkriminalamt in Köln. Nach Angaben der Beamten wurden im Jahr 2005 noch eine halbe Millionen Tabletten sichergestellt. In 2010 habe sich diese Zahl auf fünf Millionen verzehnfacht. Zudem stieg die Anzahl der Ermittlungs¬verfahren um mehr als ein Drittel von 644 in 2009 auf 916 in 2010.

Auch das Zollfahndungsamt in Frankfurt/Main registrierte im vergangenen Jahr eine „drastische“ Zunahme der Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz. Die Beamten stellten mehr als drei Millionen Tabletten, eine Tonne Arzneipulver und 14 Millionen Ampullen sicher. Die Zahl der Ermittlungs¬verfahren stieg um 150 Prozent auf 346, im Anaboliker-Handel sogar um 500 Prozent auf 240 Fälle.

Dieser Trend sei „unverändert besorgniserregend“, warnt das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg. Das Motto „billig, ohne Rezept und anonym“ verleite nach Ansicht der Behörden viele Menschen zum Kauf derartiger Produkte. In einer überwiegend großen Anzahl seien diese durch die Beimengung falscher Wirksubstanzen stark gesundheitsgefährdend.

Quelle: Website ABDA (http://www.abda.de)
29.03.2011

EFPIA unterstützt neue EU-Richtlinie gegen Arzneimittelfälschungen

EFPIA, die Stimme der forschungsbasierten pharmazeutischen Industrie in Europa, hat die jetzt verabschiedete EU-Richtlinie gegen gefälschte Medikamente als wichtigen Schritt zu mehr Verbraucherschutz begrüßt. Die Gesetzesvorlage solle so schnell wie möglich in allen Mitgliedsstaaten umgesetzt werden. Gleichzeitig fordert der europäische Pharmaverband weitere und vor allem umfassendere Maßnahmen, um die Patientensicherheit zu verbessern. Die Einführung eines Internetlogos für seriöse Versandportale reicht ihm nicht aus, da ein derartiges Prüfsiegel leicht zu kopieren ist.

Der Entwurf des EU-Parlamentes sieht unter anderem vor, dass Verpackungen verschreibungspflichtiger Produkte einen zusätzlichen Sicherheitscode erhalten und ein europaweit gültiges, einheitliches Logo für Webseiten von Onlineapotheken eingeführt wird. Ziel ist es, Vertriebswege besser zu überwachen und die Zahl der Arzneimittelfälschungen im Internet einzudämmen. Im Jahr 2009 beschlagnahmten die Behörden an den europäischen Grenzen insgesamt mehr als elf Millionen gefälschte Medikamente. Bevor die neue Richtlinie in Kraft treten kann, muss sie zunächst noch im Ministerrat angenommen werden.

Weiterführende Informationen:
Das EFPIA-Positionspapier „Internet Security and Patient Safety Tackling illegal Internet Pharmacies“ der Anti-Counterfeiting-Arbeitsgruppe finden Sie hier: http://www.efpia.eu/Content/Default.asp?PageID=559&DocID=9975
Quelle: Website EFPIA (http://www.efpia.eu/content/default.asp?PageID=559&DocID=10755)
22.02.2011

EU-Parlament berät über neue Sicherheitsmerkmale für Arzneimittel

In diesem Monat stimmen die Mitglieder des Europäischen Parlaments in erster Lesung über eine neue Richtlinie gegen Arzneimittelfälschungen ab. Der Entwurf sieht unter anderem vor, dass zusätzliche Sicherheitsmerkmale auf den Verpackungen angebracht werden. Die fälschungssicheren Barcodes ermöglichen es, die Vertriebswege besser zu dokumentieren und zu überwachen. So kann zukünftig bereits beim Verkauf durch einfaches Scannen der Schachtel genau überprüft werden, wo ein Medikament herkommt und ob es sich um ein Originalprodukt handelt. Dies gilt zunächst nur für verschreibungspflichtige Arzneien. Frei im Handel verfügbare OTC-Präparate sind vorerst von der Regelung ausgenommen.

Darüber hinaus beinhaltet die Richtlinie auch Pläne, ein europaweit gültiges, einheitliches Logo für Webseiten von Internetapotheken einzuführen. Damit sollen Verbraucher leichter erkennen können, ob eine Homepage, auf der Arzneimittel zum Verkauf angeboten werden, einer zugelassenen Apotheke zugeordnet werden kann. Vorgesehen ist außerdem, in jedem Mitgliedsland ein zentrales nationales Webportal einzurichten. Verbraucher können hier überprüfen, ob ein Logo echt ist, und sich informieren, welche Risiken sie eingehen, wenn sie Arzneimittel online erwerben.

Die Richtlinie ist Teil des EU-Pharmapaketes und soll dazu beitragen, die zunehmende Zahl illegal kopierter Medikamente zu bekämpfen und die Patienten effektiver zu schützen. Unter Experten gilt es als sicher, dass der Entwurf sowohl im Parlament als auch im Ministerrat angenommen wird.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung (http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/politik/news/2011/02/09/abstimmung-ueber-richtlinie-gegen-arzneimittelfaelschungen.html )
14.02.2011

Erfolgreicher Schlag gegen Arzneimittelfälscher

In einer internationalen Großaktion haben über 40 Länder – darunter auch Deutschland – erfolgreich gegen Medikamentenfälscher im Internet ermittelt. Weltweit nahm die internationale Polizeibehörde Interpol, die den Einsatz mit Arzneimittelüberwachungsbehörden und dem Zoll weltweit koordinierte, insgesamt 76 verdächtige Personen fest. Mehr als eine Million illegal kopierter Tabletten mit einem Marktwert von 1,8 Millionen Euro wurden beschlagnahmt. Bei der Operation „Pangea III“ handelt es sich nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) um die bisher bedeutendste Aktion der Arbeitsgruppe „IMPACT“ (International Medical Products Anti-Counterfeiting Taskfore) der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie bekämpft seit 2006 das Problem der Arzneimittelfälschung.

Im Fokus der Ermittler standen Online-Plattformen, über die illegale und gefährliche Medikamente vertrieben werden. Allein in Deutschland ist es dem BKA gelungen, etwa 100 Internetseiten zu identifizieren, auf denen mutmaßlich deutsche Händler illegale Medikamente zum Verkauf anbieten. Gegen zahlreiche Betreiber leiteten die zuständigen Behörden Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz ein. Bei intensiven Kontrollen im Post- und Kurierdienst stellte der deutsche Zoll zudem 532 Paketsendungen mit etwa 30.000 Tabletten sicher. Neben einer erheblichen Anzahl an Potenzmitteln, Dopingsubstanzen und überdosierten Vitaminpräparaten entdeckten die Beamten auch Anti-Depressiva, Schmerzmittel, Anti-Allergika sowie Tabletten zur Gewichtsreduktion.

Experten raten Verbrauchern, sich vor dem Medikamentenkauf im Internet sorgfältig über die Seriosität des Anbieters zu informieren. „Das Internet stellt eine expandierte Kommunikationsplattform dar, die auch von Kriminellen genutzt wird, um illegale und potenziell gesundheitsgefährdende Arzneimittel anzubieten“, betont BKA-Präsident Jörg Ziercke. Über die Webseiten des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (http://www.dimdi.de/) finden sie beispielsweise ein Verzeichnis über alle vertrauenswürdigen Händler im Netz.

Die WHO startete das Pangea-Programm vor drei Jahren, um Medikamentenfälschung zu bekämpfen. Seit dieser Zeit ist die Anzahl der teilnehmenden Länder von anfangs acht auf heute 45 angestiegen.

Quellen: BKA (http://bka.de/pressemitteilungen/2010/pm101014.html), Focus Online
(http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/medikamente/news/arzneifaelschung-interpol-faengt-eine-million-tabletten-ab_aid_562279.html), DAZ.online
(http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/spektrum/news/2010/10/14/aktion-gegen-illegale-internet-anbieter-von-arzneimitteln.html)
27.10.2010

Falsches Testsiegel führt Verbraucher in die Irre

Testsiegel stärken das Vertrauen der Verbraucher in geprüfte Marken und Produkte. Apotheker warnen jedoch vor gefälschten Zertifikaten, die nach Medienberichten illegale Online-Apotheken nutzen, um Kunden gezielt zu täuschen. Beispiel für einen derartigen Missbrauch ist das Vorgehen von „PillenVZ“. Die Website listet vermeintliche Online-Apotheken auf, die rezeptfrei Medikamente zur Behandlung von Erektionsstörungen verkaufen. Die Betreiber der Seite verwiesen mit einem nachgemachten und prominent auf der Startseite platzierten Siegel der Stiftung Warentest auf deren Ausgabe 02/2010 mit einem Beitrag „Potenzmittelapotheken im Test“. Angeblich sei ihrem Online-Portal die Note „sehr gut“ verliehen worden – im Februar-Heft wurden jedoch weder Apotheken noch die genannten Arzneimittel getestet.

Heinz-Günter Wolf, Präsident der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände (ABDA) erklärt: „Wer Testsiegel missbraucht, fälscht auch Medikamente und gefährdet damit die Gesundheit und das Leben von Menschen.“ Tatsächlich sind laut WHO in Deutschland über 50 Prozent der über nicht autorisierte Online-Anbieter angebotenen Produkte gefälscht, Tendenz steigend. Während in den letzten Jahren überwiegend Länder aus der Dritten Welt unter den Machenschaften skrupelloser Arzneimittelfälscher zu leiden hatten, nimmt die Gefahr auch in den Industrieländern immer mehr zu.

Quellen: ABDA (http://www.abda.de/), Spiegel Online (http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,715881,00.html)
04.10.2010

Zoll beschlagnahmte 30 Prozent mehr gefälschte Arzneimittel in 2009

Im vergangenen Jahr gingen Zollbeamten an den Außengrenzen der Europäischen Union rund 11,5 Millionen nachgemachte Medikamente ins Netz. Das ist fast ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Diese Zahlen veröffentlichte die EU-Kommission jetzt in ihrem aktuellen Jahresbericht über die Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums in den 27 Mitgliedsstaaten.

Insgesamt waren die Behörden 2009 in rund 43.500 Fällen aktiv, die 118 Millionen verdächtige Produkte betrafen. Allein fünf Millionen Fälschungen wurden in Deutschland gefunden. Während in der Vergangenheit vor allem Luxusgüter kopiert wurden, handelt es sich bei den sichergestellten Waren zunehmend um Gegenstände des täglichen Bedarfs wie Zigaretten oder Markenartikel, die für die Verbraucher gesundheitsgefährdend sein können. Auch Arzneimittel stehen weit oben auf der Liste und machen inzwischen ca. zehn Prozent der beschlagnahmten Fälschungen aus. Die meisten Produkte werden nach wie vor in China hergestellt (64 Prozent aller beanstandeten Waren); nachgemachte Medikamente stammen vor allem aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

EU-Zollkommissar Algirdas Šemeta unterstrich bei der Präsentation des Berichts, dass es die vorrangige Aufgabe des Zolls in der EU sei, Bürger und Unternehmen zu schützen: „Gefälschte Produkte können die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher ernsthaft gefährden und legal arbeitende Unternehmen benachteiligen.“ Die Kommission und ihre Mitgliedsstaaten werden daher auch in Zukunft ihre Zusammenarbeit mit internationalen Handelspartnern und der Industrie fortsetzen. Im vergangenen Jahr unterzeichnete die EU mit China einen entsprechenden Aktionsplan zum Schutz vor Produktfälschungen. Er soll in den kommenden Monaten bis zum Jahr 2012 verlängert werden.

Der aktuelle Zollbericht steht online unter http://ec.europa.eu/taxation_customs/customs/customs_controls/counterfeit_piracy/statistics/index_de.htm zur Verfügung. Quelle: EU-Kommission: http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/10/995&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en
19.08.2010

EAASM veröffentlicht Newsletter Mai 2010

Die European Alliance for Access to Safe Medicines (EAASM) hat einen neuen Newsletter veröffentlicht. Die Mai-Ausgabe steht in englischer Sprache zum Download bereit und befasst sich mit folgenden Themen:

  • Politischer Erfolg: Das EU-Parlament hat sechs von sieben Vorschlägen der EAASM stattgegeben, die dazu beitragen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen gegen Arzneimittelfälschungen zu verbessern. Sie wurden einstimmig durch das Committee for Environment, Public Health and Food Safety (ENVI) des Parlamentes angenommen.
  • Die EAASM wächst: Die EAASM begrüßt drei neue Mitglieder in ihren Reihen und umfasst nun insgesamt 29 branchenübergreifende Organisationen. Verstärkt wird die EAASM durch das amerikanische Pharmaunternehmen Merck Sharp & Dohme (MSD), die Primary Care Cardiovascular Society (PCCS) und die Motor Neurone Disease Association (MNDA).
  • Starke Partner: Um ihr Netzwerk weiter auszubauen, steht die EAASM mit mehreren Organisationen und Unternehmen in Kontakt, die ebenfalls als Mitglieder in Frage kommen. Dazu zählen unter anderem Amdipharm, Waymade, Chiesi, Gilead und sanofi-aventis. In den kommenden Wochen sind außerdem Gespräche mit drei führenden europäischen Großhändlern – Alliance healthcare, Celesio und Phoenix – sowie einigen großen Anwaltskanzleien geplant.
  • Präsenz zeigen: Gleich auf zwei internationalen Konferenzen war die EAASM in den letzten Monaten vertreten. Im Rahmen des fünften Global Forum on Pharmaceutical Anti-Counterfeiting in Miami informierte der EAASM-Vorsitzende Jim Thomson über die Kosten, die durch Medikamentenfälschungen entstehen. Auf der siebten Annual San Diego Health Policy Conference diskutierten die Teilnehmer einen groß angelegten Betrugsfall im Zusammenhang mit der Rückerstattung von Arzneimitteln, der in den USA aufgedeckt wurde. Thomson zeigte sich besorgt über das Ausmaß des Skandals und die Tatsache, wie leicht sich dieser auch in Europa ereignen könnte.

Weitere Informationen der EAASM und die bisherigen Ausgaben des Newsletters finden Sie hier: http://www.eaasm.eu/Media_centre/Articles
11.06.2010

EAASM veröffentlicht Newsletter Februar/März 2010

Die European Alliance for Access to Safe Medicines (EAASM) hat einen neuen Newsletter veröffentlicht. Die Februar/März-Ausgabe steht in englischer Sprache zum Download bereit und befasst sich mit folgenden Themen:

  • Neuzugang: Michael Isles ist neuer geschäftsführender Direktor der EAASM. Der Experte für Supply Chain Management arbeitet seit über 30 Jahren im Healthcare-Bereich. Zuletzt war er für das Unternehmen Sanofi-Aventis tätig und konzentrierte sich dort auf Parallel-Importe und Arzneimittelfälschungen.
  • Für mehr Patientenschutz: Gemeinsam mit der britischen Arzneimittelbehörde MHRA und der Royal Pharmaceutical Society of Great Britain (RPSGB) plant die EAASM ein neues Projekt, das zu mehr Patientensicherheit im Internet beitragen soll. Ziel ist es unter anderem, führende Suchmaschinenanbieter wie Google zu motivieren, sich stärker zu engagieren und für mehr Transparenz zu sorgen.
  • Arzneimittelfälschungen in den Medien: EAASM-Präsident Jim Thomson ist nach wie vor ein gefragter Interviewpartner für die Medien. Im Februar kommentierte er eine aktuelle Studie zum Thema gefälschte Medikamente. Im Januar wies er im Gespräch mit der Zeitung „The Times“ darauf hin, wie gefährlich es für Verbraucher sein kann, verschreibungspflichtige und gefälschte Diätpillen online zu bestellen.

Weitere Informationen der EAASM und die bisherigen Ausgaben des Newsletters finden Sie hier: http://www.eaasm.eu/Media_centre/Articles
18.05.2010

EU-Parlament einigt sich auf Maßnahmen für mehr Arzneimittelsicherheit

Der Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments hat sich Anfang Mai auf neue gesetzliche Richtlinien geeinigt, um die Sicherheit von Medikamenten zu erhöhen und Fälschungen zu vermeiden. Die Abgeordneten stimmten mehrheitlich dafür, Online-Apotheken stärker zu kontrollieren und europaweit einheitliche Sicherheitsmerkmale für verschreibungspflichtige Arzneimittel einzuführen. Die Maßnahmen sind Teil des so genannten Pharmapakets der Europäischen Kommission.

Ziel des Vorschlags ist es, Patienten im Internet besser zu schützen und legal gehandelte Präparate bei der Abgabe an den Patienten auf den Hersteller zurückverfolgen zu können. Anbieter von Internet-Apotheken sollen demnach in Zukunft die Möglichkeit haben, sich von nationalen Aufsichtsbehörden autorisieren zu lassen und dies durch ein EU-weit einheitliches Logo auf ihren Webseiten deutlich zu machen. Die EU-Mitgliedsstaaten sind allerdings auch in der Lage, den Verkauf von rezeptpflichtigen Medikamenten im Internet komplett zu verbieten. Weiterhin erlaubt bleibt hingegen der Parallelhandel – Originalpackungen dürfen zu diesem Zweck geöffnet und das Produkt neu verpackt werden. Eine Ausnahme macht der Vorschlag jedoch für Tablettenblister und Arzneimittelflaschen, die unversehrt bleiben sollen. Geplant ist außerdem eine Unterstützung dieser Maßnahmen durch Aufklärungskampagnen und öffentliche Informationsangebote, wie zum Beispiel Listen geprüfter Versandapotheken, die online von den Verbrauchern abgerufen werden können.

Quelle: www.aerzteblatt.de (http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/40995/EU-Gesundheitsausschuss_einigt_sich_auf_Massnahmen_gegen_Arzneimittelfaelschungen.htm)
06.05.2010

EAASM veröffentlicht Newsletter Januar 2010

Die European Alliance for Access to Safe Medicines (EAASM) hat einen neuen Newsletter veröffentlicht. Die Januar-Ausgabe steht in englischer Sprache zum Download bereit und befasst sich mit folgenden Themen:

  • Teilerfolg: Ende 2009 lehnte der US-Senat einen Änderungsantrag ab, der das Rückimportieren von Arzneimitteln erlauben sollte. Kurz zuvor hatte die EAASM auf der Jahrestagung der American Association of Pharmaceutical Scientists auf die möglichen Risiken hingewiesen.
  • Aktivitäten 2010: Auch in diesem Jahr geht die EAASM verstärkt gegen dubiose Online-Apotheken vor. Eine neue Kampagne soll Patienten darüber aufklären, wie gefährlich Medikamente aus dem Internet sein können.
  • Update Pharmaceutical Package: Ein Bericht der neuen EU-Berichterstatterin Marisa Matias stimmt zuversichtlich: Die Europäische Kommission schlägt unter anderem vor, das Fälschen von Arzneimitteln strenger zu bestrafen. Darüber hinaus sollen Anbieter, die Produkte parallel in ein anderes Land einführen, zukünftig auch die Sicherheitsmerkmale der Originalverpackung abbilden müssen.

Weitere Informationen der EAASM und alle bisherigen Ausgaben des Newsletters finden Sie hier: http://www.eaasm.eu/Media_centre/Articles
05.02.2010

Tool Box
- 1 2 3 + Font size

Schriftgröße ändern

Produkt-Navigator Produkte und Therapiegebiete
Produkt Navigator

http://www.gesundheit.bayer.de/scripts/pages/de/engagement/vorsicht_faelschung/news/index.php

Copyright © Bayer Vital GmbH