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Neues Aufklärungsvideo warnt vor illegalen Internet-Apotheken

Um die Öffentlichkeit über die Gefahren von Arzneimittelfälschungen zu informieren, haben die Betriebskrankenkassen und die Apotheker in Nordrhein-Westfalen ein fünfminütiges Aufklärungsvideo produziert. Es warnt vor illegalen Versandapotheken im Internet und rät zu größter Aufmerksamkeit bei der Wahl eines Online-Anbieters. Aus gutem Grund: Auch in Deutschland entdecken Zollfahnder immer wieder Fälscherwerkstätten, in denen mitunter gefährliche Imitate hergestellt und danach im Netz verkauft werden. Sie bedrohen die Patientensicherheit und können erhebliche Gesundheitsschäden verursachen. Das Video kann unter den folgenden Links abgespielt werden: bkk-webtv.de und av-nr.de.
19.08.2009

Zollfahndung Essen zerschlägt internationalen Internethandel mit nachgemachten Potenzmitteln

46.000 Pillen sichergestellt / Sieben Festnahmen / Projekt „Blue“ lieferte Hinweise
Bereits seit längerer Zeit haben Essener Zollfahnder gegen eine Gruppe von illegalen Internethändlern, die sich auf die Lieferung von Potenzmitteln (Generika) spezialisiert hatten, ermittelt. Die verschreibungspflichtigen Medikamente wurden direkt über sogenannte Online-Pharmacies im Internet verkauft. Hunderte von Kunden sorgten so für Umsätze in Millionenhöhe, indem ihr Geld auf diverse Auslandskonten der Täter floss.

Im Rahmen des Analyseprojekts „Blue" des Zollfahndungsamts Stuttgart-Dienstsitz Freiburg, das sich in Kooperation mit Pharmaunternehmen mit der Entwicklung neuer Strategien zur Bekämpfung des illegalen Internethandels mit Medikamenten und Arzneimittelfälschungen beschäftigt, ergaben sich Anfang 2008 weitere Hinweise aus dieser Zusammenarbeit. Diese daraus gewonnenen Erkenntnisse führten die Fahnder schließlich in das Ruhrgebiet.

In einer breit angelegten Aktion wurden am 5. Mai 2009 insgesamt zehn Gebäude und Wohnungen in Herne, Dortmund, Castrop-Rauxel, Gelsenkirchen und Haltern am See durchsucht. An dem Einsatz waren über sechzig Zollfahnder, sieben Staatsanwälte sowie fünfundzwanzig Steuerfahnder beteiligt. Dabei wurden sieben Beschuldigte vorläufig festgenommen. Später wurden vier Haftbefehle erlassen. Der Fluchtversuch eines Täters scheiterte an dem schnellen Zugriff der Beamten.

Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten umfangreiches Beweismaterial und Hinweise auf Bankkonten in Österreich, der Schweiz, Spanien, Belgien, Frankreich und der Türkei. Diese Konten wurden unter Mitwirkung der dortigen Behörden sofort eingefroren. Auch vier hochwertige Fahrzeuge und 15.000 Euro Bargeld beschlagnahmten die Beamten. Die Gelder und Fahrzeuge werden zur Abgeltung einer bereits bestehenden Forderung in Höhe von 2,5 Millionen Euro dem Fiskus zufließen.

In einem Lager fanden die Fahnder über 46.000 Tabletten, die in den Versandhandel gehen sollten. Die geschmuggelten illegalen Arzneimittel stammen zum größten Teil aus Indien und anderen asiatischen Ländern.

Der illegale Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten stellt einen Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz dar und kann in besonders schweren Fällen mit Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren bestraft werden. Aber auch unter dem Aspekt des Verbraucherschutzes warnen Apotheker und Ärzte vor der Einnahme dieser Arzneimittel.

Häufig werden diese Medikamente unter abenteuerlichen Bedingungen in Kellerlaboren zusammengerührt. Die Hygienevorschriften werden bei der Herstellung nicht beachtet. Außerdem finden in der Regel keine Qualitätskontrollen statt.

Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände liegt der Anteil gefälschter Medikamente beim Internetversandhandel bei weit über 50 Prozent.

24.06.2009, Quelle: Zollfahndungsamt Essen www.zoll.de

EAASM Newsletter Frühjahr 2009

Die European Alliance for Access to Safe Medicines (EAASM) hat einen neuen Newsletter veröffentlicht. Die Frühjahrs-Ausgabe steht in englischer Sprache online zum  Download bereit und befasst sich mit folgenden Themen:

  • EAASM im Gespräch mit den Medien: Die EAASM geht weiter öffentlichkeitswirksam gegen Arzneimittelfälschungen vor. In mehreren Interviews mit dem britischen Fernsehsender GMTV weist Jim Thomson, Vorsitzender der Organisation, auf Gefahrenquellen hin und fasst die wichtigsten Ergebnisse des Untersuchungsberichts „The Counterfeiting Superhighway“ zusammen.
  • Repackaging: Aktuelle Zahlen belegen, dass in Europa immer wieder gefälschte Medikamente, z. B. durch Parallelimporte, auch in legale Vertriebskanäle gelangen. Die EAASM kritisiert daher, dass das „Pharmaceutical Package“ der Europäischen Kommission Umverpackungen nicht verbietet.
  • Service-Angebot: Ab sofort steht unter  www.eaasm.eu/information_for_patients eine neue Patientenbroschüre zum Download bereit. Die Publikation informiert praxisnah über die Gefahren von Arzneimittelfälschungen.

Weitere Informationen der EAASM und alle bisherigen Ausgaben des Newsletters finden Sie hier:  www.eaasm.eu/Media_centre/Articles.
02.06.2009

Zum 20. Welt-Hämophilietag
Bayer HealthCare unterstützt Weltverband der Hämophilie-Patienten mit 250.000,- Euro
Unternehmen engagiert sich für Menschen mit Hämophilie A

Leverkusen – Zum 20. Geburtstag des Welthämophilie-Tages am 17. April diesen Jahres wird Bayer HealthCare den Weltverband der Hämophiliepatienten (WFH) erneut mit 250.000 Euro unterstützen. Mit seinem Engagement will Bayer HealthCare dazu beitragen, die Behandlung, die allgemeine Versorgung wie auch die Schulung von Hämophilie-Patienten – also von Menschen, die an einer chronischen Störung der Blutgerinnung leiden – zu verbessern.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier:  www.viva.vita.bayerhealthcare.de
17.04.2009

Unternehmen fordern härtere Strafen für Produktpiraten

Das Fälschen von Produkten und Arzneimitteln soll nach dem Willen geschädigter Unternehmen in Zukunft stärker geahndet werden. Dr. Rüdiger Stihl, Vorsitzender des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM), sagte jetzt in einem Interview: „Für gewerbsmäßige Fälscher und Händler fordern wir eine drakonische Bestrafung bis hin zu Gefängnis­strafen, die nicht stets zur Bewährung ausgesetzt werden.“ Insbesondere in Zeiten der Wirtschaftskrise sei die Gefahr sehr hoch, dass Verbraucher auf unseriöse Angebote hereinfallen. Bei Medikamenten kann dies schwerwiegende Folgen haben und die Gesundheit der Patienten ernsthaft gefährden.

Über Risiken und Hintergründe von Produkt- und Markenpiraterie klärt die Interessensgemeinschaft APM mit einer bundesweiten Verbraucherkampagne auf. Herzstück ist die interaktive Wanderausstellung „Schöner Schein. Dunkler Schatten.“, die innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre in 30 Einkaufszentren zu sehen sein wird. Sie veranschaulicht die möglichen Folgen gefährlicher Kopien und Plagiate für Verbraucher und Hersteller und gibt praktische Tipps. Ziel ist es, potentielle Kunden davon abzuhalten, gefälschte Waren zu kaufen. Darüber hinaus weist der Aktionskreis damit auch auf die Schwierigkeiten hin, mit der sich Unternehmen bei der Bekämpfung des Problems konfrontiert sehen. Produktfälschungen seien „das Krebsgeschwür der Globalisierung“, das mit erschreck­ender Rasanz wachse, so Stihl weiter. Allein in Deutschland überschwemmen jedes Jahr gefälschte Produkte im Wert von circa 30 Milliarden Euro den Markt, mit denen dubiose Anbieter enorme Gewinne erzielen. Fast drei Viertel der weltweiten Fälschungen kommen aus China, knapp zehn Prozent aus der Türkei.

Weitere Informationen zur Verbraucherkampagne und dem Thema Produktfälschungen erhalten Sie unter www.markenpiraterie-apm.de.
13.03.2009, Quelle: www.beck-aktuell.de

Kinospots klären über Arzneimittelfälschungen auf

Um die Öffentlichkeit über die Gefahren von Arzneimittelfälschungen zu informieren, hat die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) jetzt deutschlandweit einen Kino-Spot gestartet. Bis Mitte Februar läuft in 800 Lichtspielhäusern in mehr als 200 Städten ein Verbraucherschutz-Film, der vor schnellen Schnäppchen aus dem Internet warnt. Vor allem Potenzmittel und Lifestyleprodukte werden häufig über dubiose Anbieter im Netz bezogen. Die vermeintlichen Sonderangebote entpuppen sich jedoch meist als schädlich für die Gesundheit. Den aktuellen ABDA-Clip können Sie sich hier als   MPEG-Datei ansehen (Quelle: ABDA).

Eine drastische Aufklärung, die nachdenklich macht, läuft derzeit auch in Lichtspielhäusern in England. Britische Kinos zeigen einen Kurzfilm, der Patienten die Gefahren des Bezugs von Arzneimitteln über illegale Onlineanbieter vor Augen führt. Unterstützt wird diese Aktion unter anderem von der britischen Arzneimittelaufsichtsbehörde (MHRA). Der Spot kann unter 
www.realdanger.co.uk abgerufen werden.
20.01.2009, Quellen: www.realdanger.co.uk und www.abda.de

Verabschiedetes Maßnahmenpaket würdigt Bedeutung der pharmazeutischen Industrie – Notwendigkeit, Patientensicherheit zu gewährleisten ist entscheidend

Am 10. Dezember 2008 veröffentlichte die Europäische Kommission ein Paket von Vorschlägen zur Regulierung der Pharmabranche.

EFPIA, die Stimme der forschungsbasierten pharmazeutischen Industrie in Europa, begrüßt die Freigabe des seit langem erwarteten „Pharmaceutical Package" der Europäischen Kommission. Dennoch mahnte der europäische Pharmaverband die Institutionen, das Kernthema Patientensicherheit nicht aus den Augen zu verlieren.

„Das Erscheinen des Maßnahmenpakets ist begrüßenswert und wir wissen es zu würdigen, dass die Kommission die Bedeutung der Pharmabranche für Europa sowie deren Fokus auf Patientensicherheit bestätigt,” sagte Arthur J. Higgins, Vorstandsvorsitzender der Bayer HealthCare AG und Präsident der EFPIA. „Wir erkennen auch den Nutzen von Maßnahmen für EU-Bürger und Patienten an, die Arzneimittelüberwachung und den verbesserten Zugang zu Gesundheits- und Arzneimittelinformationen zum Gegenstand haben. Die Branche ist überzeugt, dass der beste Weg, um Patienten zu schützen, ein Verbot der Neuverpackung von Arzneimitteln gewesen wäre. Doch wir werden mit den europäischen Institutionen zusammenarbeiten, um zu gewährleisten, dass die Patientensicherheit nicht gefährdet wird, wenn Arzneimittel neu verpackt werden.”

EFPIA-Generaldirektor Brian Ager fügte hinzu: „Wir sind erleichtert, dass die Verzögerungen in Bezug auf das Maßnahmenpaket nun überwunden wurden. Jetzt besteht die Herausforderung darin, dafür zu sorgen, dass die Vorbereitungen ohne weitere Verzögerungen voranschreiten, ohne dass die vorgeschlagenen Maßnahmen abgeschwächt werden.”

Das Maßnahmenpaket der Europäischen Kommission beinhaltet eine „Mitteilung zu einer erneuerten Vision für die Pharmabranche“ und drei separate Gesetzesvorlagen: Eine zur Erneuerung der Arzneimittelüberwachung, um die Arzneimittelsicherheit zu verbessern; eine weitere zur Verbesserung der Patientensicherheit, indem die Möglichkeiten des Eindringens von Arzneimittelfälschungen in die Lieferkette verringert werden; und eine Gesetzesvorlage zur Verbesserung des Patientenzugangs zu qualitativ hochwertigen Gesundheits- und Arzneimittelinformationen.

Nach dem EU-Mitentscheidungsverfahren werden die Gesetzesvorlagen jetzt vor das Europäische Parlament und vor den Ministerrat gebracht, wo Inhalte und Detailfragen verhandelt werden.
10.12.2008

EAASM Newsletter Dezember 2008

Die European Alliance for Access to Safe Medicines (EAASM) hat einen neuen Newsletter veröffentlicht. Die Ausgabe Dezember 2008 steht als PDF-Dokument in englischer Sprache online zum  Download bereit und befasst sich mit folgenden Themen:

  • Experten-Workshop Arzneimittelsicherheit: Auf Einladung der EAASM und der britischen Regierungsbehörde MHRA (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency) kamen im November mehr als 100 Vertreter verschiedener Patientenorganisationen in London zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, Synergien zu nutzen und neue Ideen für zielgruppenspezifische Informationsangebote zum Thema Arzneimittelsicherheit zu entwickeln.
  • Aufklärung: Die MHRA intensiviert ihren Kampf gegen gefälschte Medikamente. Neben den bereits etablierten Internet-Aktionstagen, die regelmäßig über die Risiken bei Onlinebestellungen informieren, werden 2009 spezielle „Focus Groups“ ins Leben gerufen. Sie bieten Patientenorganisationen ein geeignetes Forum, um sich gegenseitig bei ihrer Aufklärungsarbeit zu unterstützen.
  • Interaktiv: Der Internetauftritt  www.eaasm.eu bietet ab 2009 eine Reihe neuer Serviceangebote. Patienten können hier ihre Erfahrungen mit dem Bezug von Medikamenten anonym beschreiben, Informationsmaterial downloaden oder die Inhalte mit anderen thematisch verwandten Webseiten verlinken.

Weitere Informationen der EAASM und alle bisherigen Ausgaben des Newsletters finden Sie hier:  www.eaasm.eu/Media_centre/Articles
10.12.2008

EAASM Newsletter Oktober 2008

Die European Alliance for Access to Safe Medicines (EAASM) hat einen neuen Newsletter veröffentlicht. Die Ausgabe Oktober 2008 steht als PDF-Dokument in englischer Sprache online zum  Download bereit und befasst sich mit folgenden Themen:

  • Ergebnispräsentation: Im September hat die EAASM ihren Untersuchungsbericht „The Counterfeiting Superhighway“ im Europäischen Parlament vorgestellt. Mehr als 60 Abgeordnete sowie Vertreter von Verbänden und der Pharmaindustrie besuchten die einwöchige Ausstellung.
  • EAASM in den Medien: Belgische und britische Tageszeitungen weisen verstärkt auf die Gefahren des Medikamentenkaufs im Internet hin. In einem Interview warnte der Vorsitzende der EAASM, Jim Thomson, insbesondere vor Webseiten, die online eine individuelle Gesundheitsberatung anbieten.
  • Preisverdächtig: Die EAASM zählt zu den Anwärtern auf den angesehenen Pharmaceutical Marketing Effectiveness Award (PMEA). Grund ist ihre herausragende Arbeit im Bereich Patientenkommunikation. Die Preisverleihung findet am 2. Dezember statt.

Weitere Informationen der EAASM und alle bisherigen Ausgaben des Newsletters finden Sie hier:  www.eaasm.eu/Media_centre/Articles
10.10.2008

EAASM Newsletter August 2008

Die European Alliance for Access to Safe Medicines (EAASM) hat einen neuen Newsletter veröffentlicht. Die Ausgabe August 2008 steht als PDF-Dokument in englischer Sprache online zum  Download bereit und befasst sich mit folgenden Themen:

  • Großes Medienecho für „The Counterfeiting Superhighway“: Der Untersuchungsbericht der EAASM hat europaweit für Schlagzeilen gesorgt. Mehr als 400 Beiträge sind seit der Veröffentlichung Anfang Juli erschienen.
  • Zusammenarbeit vertiefen: Die Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) und die Association of the British Pharmaceutical Industry (ABPI) wollen fortan enger mit der EAASM zusammenarbeiten. Jim Thomson, Vorsitzender der EAASM, wird daher beim jährlichen Anti-Counterfeiting-Treffen der ABPI einen Vortrag halten.
  • Den Dialog stärken: Die EAASM beabsichtigt, sich in Zukunft intensiver mit Vertretern verschiedener Patientenorganisationen auszutauschen. Ziel ist es, gemeinsam Möglichkeiten zu entwickeln, um Patienten über die Risiken von Arzneimittelfälschungen aufzuklären.

Weitere Informationen der EAASM und alle bisherigen Ausgaben des Newsletters finden Sie hier:  www.eaasm.eu/Media_centre/Articles
18.09.2008

Tod über das Netz? – Über 60 Prozent der von Internet-„Apotheken“ verkauften Medikamente sind gefälscht

Washington – Die European Alliance for Access to Safe Medicines (EAASM) hat kürzlich auf dem vierten Global Forum on Pharmaceutical AntiCounterfeiting™ in Washington D.C., USA, einen umfassenden Untersuchungsbericht über Internet-„Apotheken“, über die lebensrettende Medikamente gehandelt werden, vorgestellt. Erschreckendes Ergebnis des Reports „The Counterfeiting Superhighway“: 62 Prozent der über das Internet gekauften Medikamente sind gefälscht oder minderwertig. Dazu gehören auch Mittel, die zur Behandlung von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, neurologischen Krankheiten und psychischen Störungen indiziert sind. Der Bericht deckt das Ausmaß und die Auswirkungen der wachsenden Gefahren durch ausführliche Nachforschungen und Untersuchungen auf. Mit der raschen Zunahme der Zahl illegaler Internet-Apotheken steigt auch das Risiko, dass Patienten an gefälschte Medikamente geraten. Unwissende Verbraucher sind durch die potenziell tödlichen Folgen des Online-Erwerbs von Medikamenten besonders gefährdet.

Nach eingehender Analyse von über 100 Internet-„Apotheken“ wurden verschiedene, gängige Präparate online bestellt, die verschreibungspflichtig sind. Alle Medikamente wurden abgegeben, ohne die Vorlage eines Rezepts zu verlangen. Das ist gesetzwidrig und stellt eine ernst zu nehmende Gefährdung für die Gesundheit der Patienten dar. Visuelle und chemische Prüfungen der über das Web erworbenen verschreibungspflichtigen Medikamente durch Experten verschlimmern das negative Bild zusätzlich:

  • 95,6 Prozent der untersuchten Internet-„Apotheken“ werden illegal betrieben.
  • Auf 94 Prozent der Websites wird kein nachprüfbarer Apotheker als Inhaber genannt.
  • Über 90 Prozent der Internet-„Apotheken“ geben verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept ab.
  • 86 Prozent der online präsentierten Stempel „apothekengeprüft“ sind gefälscht.

 

Laut dem Bericht stehen die Chancen drei zu fünf, über das Internet ein gefälschtes oder minderwertiges Mittel zu erwerben. Nur 38 Prozent der gelieferten Medikamente waren Original-Markenpräparate, bei 16 Prozent davon handelte es sich um illegale Nicht-EU-Importe (Originalprodukte, die illegal aus einem Nicht-EU-Land importiert wurden), und 33 Prozente wurden ohne Packungsbeilage ausgegeben. Das ist nicht nur illegal, sondern gefährdet auch die Gesundheit der Verbraucher. Besonders erschreckend: Mehrmals wurde zu dem lebensrettenden Herzkreislaufmittel Plavix kostenlos Viagra (bzw. angebliches Viagra) geliefert. Wer bei einer schweren Herzerkrankung Medikamente einnimmt, sollte unter genauer ärztlicher Überwachung stehen – insbesondere dann, wenn zwecks Behandlung weiterer Störungen ein ganzer Cocktail von Medikamenten, auch gegen erektile Dysfunktion, eingenommen wird.

Dr. Ian Banks, Präsident des European Men’s Health Forums: „Mit Bestürzung habe ich festgestellt, dass zu etlichen der bestellten ‚Medikamente’ unangefordert Gratis-Muster mitgeliefert wurden – ohne jegliche ärztliche Untersuchung. Damit sollen keineswegs Verbraucher mit ‚Tabletten-Geschenken’ belohnt werden – vielmehr zeigt diese Praxis, dass kriminelle Online-Händler offenbar keine Skrupel haben, die Gesundheit und das Wohl ihrer Kunden aufs Spiel zu setzen.“

Der Bericht spricht eine Reihe von Empfehlungen aus: Zum Beispiel sollen populäre Suchmaschinen wie Google, Yahoo und MSN alle Webseiten aus den Ergebnislisten entfernen, die gefälschte Arzneimittel bewerben. Diese Vorgehensweise hat sich bei der Verhinderung des Zugriffs auf Kinderpornografie-Angebote bereits als erfolgreich erwiesen; daher lassen sich unter Umständen auch im Kampf gegen illegale Internet-„Apotheken“ ähnliche Erfolge erzielen. Der EAASM-Vorsitzende Jim Thomson sagt: „Die Ergebnisse des Berichts sind schockierend und aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse besteht dringender Handlungsbedarf. Die Verbraucher haben keinerlei Schutz vor gefälschten Medikamenten, die ihrer Gesundheit schaden und im Extremfall tödlich sein können. Die EAASM fordert alle Interessenpartner wie Suchmaschinen-Betreiber, Kreditkarten-Gesellschaften, Versandfirmen, Patientenvereinigungen und Behörden auf, zu handeln und diesen gefährlichen Trend aufzuhalten.“

Über die EAASM
Die European Alliance for Access to Safe Medicines (EAASM) wurde 2007 gegründet und ist eine unabhängige, branchenübergreifende Vereinigung, die das Recht europäischer Patienten auf den Zugang zu sicheren Medikamenten vertritt. Die Alliance hat es sich zum Ziel gesetzt, über die Gefährdung der Patientensicherheit durch gefälschte und minderwertige Medikamente aufzuklären, auf Schwachstellen in der heutigen Gesetzgebung sowie in deren Durchsetzung hinzuweisen und sich für einen besseren Schutz europäischer Patienten einzusetzen.

Der komplette Untersuchungsbericht ist derzeit nur in englischer Sprache verfügbar und steht unter www.eaasm.eu zum Download bereit.
16.06.2008

EAASM Newsletter Juni 2008

Die European Alliance for Access to Safe Medicines (EAASM) hat einen neuen Newsletter veröffentlicht. Die Ausgabe Juni 2008 steht als PDF-Dokument in englischer Sprache zum  Download bereit und befasst sich mit folgenden Themen:

  • „The Counterfeiting Superhighway“: Auf dem vierten Global Forum on Pharmaceutical AntiCounterfeiting™ in Washington stellte die EAASM ihren umfassenden Untersuchungsbericht „The Counterfeiting Superhighway“ vor. Das erschreckende Ergebnis des Reports: 62 Prozent der über Internet-„Apotheken“ gekauften Medikamente sind gefälscht oder minderwertig.
  • Konferenz: Im Rahmen eines Spitzentreffens der Europäischen Kommission klärte die EAASM kürzlich über die Gefahren des Kaufs von Medikamenten über das Internet auf.
  • Neuer Patientenflyer: Die EAASM stellt in Kürze online ein neues Informationsfaltblatt zur Verfügung, das Verbraucher auf die Gefahren von Medikamentenfälschungen aufmerksam macht.
  • Neues Mitglied für die EAASM: Ahura Scientific unterstützt zukünftig die Arbeit der EAASM.

Weitere Informationen der EAASM und alle bisherigen Ausgaben des Newsletters finden Sie hier: www.eaasm.eu/Media_centre/Articles
13.06.2008

EAASM Newsletter April 2008

Die European Alliance for Access to Safe Medicines (EAASM) hat einen neuen Newsletter herausgegeben. Die Ausgabe April 2008 steht als PDF-Dokument in englischer Sprache zum  Download bereit. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Themen rund um die Arbeit der gemeinnützigen und parteiübergreifenden Vereinigung, die sich dem Kampf gegen gefälschte Arzneimittel und der Förderung der Patientensicherheit in ganz Europa widmet.

Gleichzeitig hat die Interessensgemeinschaft ihren Internetauftritt unter  www.eaasm.eu überarbeitet. Ziel des Relaunches ist es, die Inhalte der Website einem größeren Nutzerkreis zugänglich zu machen. Ab sofort stehen Informationen und Artikel rund um Arzneimittelfälschungen und Patientensicherheit online in fünf europäischen Sprachen zur Verfügung (Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch und Italienisch). Darüber hinaus sind attraktive Angebote wie interaktive Nutzerumfragen und Videoclips geplant.

Die weiteren Themen der April-Ausgabe des Newsletters sind:

  • Expertise: EAASM bewertet Vorschläge der Europäischen Union für eine verschärfte Gesetzgebung zugunsten der Patientensicherheit
  • Online-Blog „60 ideas for Europe“: EAASM nimmt am diesjährigen Congress of Europe vom 23. bis 24. Mai in Den Haag, Niederlande, teil
  • Neue Mitglieder: EAASM begrüßt die Society for Fighting Pain sowie die Unternehmen Aegate and IDIS im Kreis der Allianz

08.05.2008
Weitere Informationen der EAASM und alle bisherigen Ausgaben des Newsletters finden Sie hier:
 www.eaasm.eu/Media_centre/Articles

Welthämophilie-Tag 2008
Bayer spendet 250.000 Euro und fast 1 Million Einheiten Kogenate® für Hämophiliepatienten

Leverkusen – Anlässlich des Welthämophilie-Tages 2008 spendet Bayer HealthCare dem Weltverband der Hämophiliepatienten (World Federation of Hemophilia, WFH) 250.000 Euro und über 950.000 internationale Einheiten Kogenate® FS (rekombinanter Blutgerinnungsfaktor). Bayer bekräftigt damit sein Engagement für die Gemeinschaft der Bluterkranken. In den letzten vier Jahren hat das Unternehmen mehr als 1.000.000 Euro an die WFH gespendet. Mit dem jährlich stattfindenden Aktionstag will der Verband das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Patienten sowie deren Versorgung fördern.
17.04.2008

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier: www.presse.bayer.de

Arzneimittelfälschungen bei Internetversand entdeckt

Bei einem Testkauf im Internet sind erneut gefälschte Arzneimittel aufgetaucht. Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheken e. V. hatte bei zehn ausländischen Versandhändlern ein Lifestyle-Medikament zur Potenzsteigerung bestellt. Nach Angaben des Prüfinstituts waren rund 60 Prozent der gelieferten Medikamente gefälscht und enthielten nur die Hälfte des angegebenen Wirkstoffs.

Das Beispiel macht deutlich, wie groß die Anzahl der „schwarzen Schafe“ im Netz ist und welches ernst zu nehmende Sicherheitsrisiko für Patienten sich hinter den Angeboten verbirgt. Insbesondere verschreibungspflichtige Arzneimittel, die bei Verkäufern mit Firmensitz außerhalb der Europäischen Union bestellt und auch ohne Rezept abgegeben werden, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit gefälscht. Die Weltgesundheitsbehörde WHO schätzt, dass dubiose Onlinehändler weltweit – und damit auch nach Deutschland – zu über 50 Prozent gefälschte Medikamente liefern. Das Bundesgesundheitsministerium rät daher zu besonderer Vorsicht: Verbraucher, die ihre Medikamente online bestellen, sollten immer nur seriöse Quellen nutzen und sich bei ihrer Krankenkasse nach vertrauenswürdigen Internet- und Versandapotheken erkundigen.

Auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums finden Patienten und andere Interessierte viele praktische Tipps zur Nutzung von Versandhandel und eCommerce mit Arzneimitteln sowie hilfreiche Informationen zum Thema Arzneimittel und Internet.
21.02.08, Quelle: www.abda.de  und www.zentrallabor.com  und www.bmg.bund.de

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