Vom Molekül zum Medikament: Arzneimittelforschung heute

15. Bayer Politik-Lunch in Berlin

Die neue Bundesregierung hat ihre Arbeit aufgenommen und das politische Programm für die kommenden Jahre skizziert. Darin nimmt die Forschung in den Lebenswissenschaften einen prominenten Platz ein, denn diese bildet die Basis des medizinischen Fortschritts. In der Debatte um den Wert dieser therapeutischen Innovationen wird oftmals die jahrelange Arbeit der Forscherteams, die Widrigkeiten zum Trotz am Ball bleiben, ausgeblendet. Die Abteilung Health Policy der Bayer Vital hat dies zum Anlass genommen, zahlreichen Gästen aus der Gesundheitspolitik den langen Weg „vom Molekül zum Medikament" aus erster Hand zu erläutern.

15. Politik Lunch
Diskutierten mit zahlreichen Gästen gemeinsam in Berlin: Susanne Lamminger (Bayer, Health Policy), Dr. Katrin Dreßler, Ulrich Lücking und Dr. Konstanze Diefenbach.

Dr. Konstanze Diefenbach, Leiterin Abteilung Medizin bei Bayer Vital, stellte dar, auf welchen Grundlagen die Arzneimittelforschung heute fußt. Im Schnitt dauert der Weg von der Identifizierung eines neuen Zielmoleküls (“Targets“)  bis zur Zulassung eines Arzneimittels 13 bis 15 Jahre. Bayer verfügt über eine eigene Substanzbibliothek von rund vier Millionen chemischen Verbindungen, die bei der Suche nach geeigneten Wirkstoffkandidaten für neue Zielmoleküle hilft. Mittlerweile werden in dieser Phase der Arzneimittelforschung leistungsfähige Roboter eingesetzt, um Interaktionen zwischen allen chemischen Verbindungen aus der Substanzbibliothek und einem neuen Zielmolekül innerhalb von wenigen Tagen zu testen und Wirkstoffkandidaten zu identifizieren. "Eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, sagte Diefenbach. In ihrem Vortrag (siehe auch Vortragscharts) erläuterte sie die einzelnen Schritte der Forschung und Entwicklung eines neuen Medikamentes: angefangen mit der Identifizierung neuer Zielmoleküle über die Findung und Optimierung der Leitstrukturen bis dann ein Wirkstoffkandidat in die Entwicklung übergeben werden kann. In dieser dann stark regulierten Entwicklungsphase schließen sich an die vorklinische Entwicklung, die drei Phasen der klinischen Entwicklung an, bis dann eine Substanz zur Zulassung eingereicht werden kann. Nach ihrem Wunsch an die Politik gefragt, erklärte sie am Schluss ihres Vortrages: „Ich würde mir einen höheren Stellenwert und mehr Anerkennung für die Arzneimittelforschung wünschen.“ Auch sollten Kooperationen durch die Bundesregierung stärker gefördert werden.
     
Ulrich Lücking, Principal Scientist der Bayer AG, gewährte einen exklusiven Einblick in ein konkretes Forschungsprojekt mit dem Ziel der Optimierung einer Leistruktur zur Identifierung eines klinischen Kandidatens. Er demonstrierte, dass auf der langen Reise eines Moleküls hin zum Medikament viele Überraschungen warten (siehe auch Vortragscharts). Nicht selten seien die Ergebnisse in der Forschung auch negativ und ein Forschungsprojekt scheitere. „Chemiker haben eine hohe Frustrationsschwelle“, so die Einschätzung zu seinem Berufsstand. Nach wie vor mache ihm seine Arbeit aber viel Spaß, denn „man kann auf den Fehlschlägen in der Forschung aufbauen“. Er wünschte sich von der Politik mehr Investitionen in eine noch bessere naturwissenschaftliche Ausbildung an den Schulen und Universitäten.

Nach den Vorträgen entstand eine sehr rege Diskussion, die zeigte, dass dieses Thema die Gäste berührte und nicht an Aktualität verloren hat. Dr. Katrin Dreßler, Senior Manager Health Policy, freute sich über die gute Resonanz und kündigte an: „Im Herbst werden wir unsere Veranstaltungsreihe fortführen.“

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