„Zwischen Datenschatz und Datenschutz: Big Data in der medizinischen Forschung“

16. Bayer Politik-Lunch eröffnet Einblicke in die digitale Transformation

Die Menge der weltweit kursierenden Daten verdoppelt sich jährlich. Auch im Gesundheitsbereich arbeiten immer mehr Forscher und Unternehmen mit riesigen Datenmengen, was unter dem Stichwort "Big Data" zusammengefasst wird. Wie der Umgang mit großen Datenmengen in der Forschung ausgestaltet werden muss, damit der Datenschutz bei diesem Datenschatz nicht auf der Strecke bleibt, hat die Abteilung Health Policy der Bayer Vital mit zahlreichen Gästen aus der Gesundheitspolitik beim Politik-Lunch in Berlin erörtert.

Daten, die in medizinischen und pharmazeutischen Forschungs- und Entwicklungsprozessen in großen Mengen anfallen, sind der „Rohstoff der Zukunft“ bei der Entwicklung von Arzneistoffkandidaten. Dies bedeutet: Auch die pharmazeutische Industrie ist im hohen Maße von der digitalen Transformation betroffen, die große Gestaltungsräume in Forschung, Entwicklung, Produktion und Marketing eröffnet. Wie diese neuen Möglichkeiten in der Forschung genutzt werden können, erklärte Dr. Frank Kramer, Direktor der strategischen kardiovaskulären Biomarkerforschung bei Bayer in Wuppertal am Beispiel einer digital transformierten klinischen Studie für Patienten mit Herzinsuffizienz. Das immense Datenvolumen, das bei dieser Studie aufgrund der kontinuierlichen Datenerhebung mittels Sensoren erzielt werde, erfordere eine neue IT-Infrastruktur und das Beschreiten neuer Wege bei der Datenauswertung. Allerdings warnte der Forscher auch vor zu viel Euphorie: „Der Einfluss digitaler Gesundheitssysteme auf Qualität und Effizienz der Versorgung muss erst noch klarer bewiesen werden“.

Sebastian C. Semler, Geschäftsführer der Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF) wies in seinem Vortrag darauf hin, dass es in Deutschland Defizite bei der Datenverfügbarkeit, dem Datenzugang und der Datennutzung gebe. Semler machte deutlich: „Im Rahmen eines ‚Learning Health Systems‘ sind diese Daten über die Sektorengrenzen hinaus verfügbar, verwertbar und verknüpfbar zu machen“ - eine enorme Herausforderung, für die es eine koordinierende Stelle brauche. Nur so ließe sich sicherstellen, dass die die erhobenen Daten in einem bundeseinheitlichen forschungskompatiblen Format in die zukünftigen elektronischen Patientenakten einfließen können. Ebenso wichtig sei, so Semler, „die unterschiedlichen rechtlichen Grundlagen in Deutschland bei den verschiedenartigen Landesgesetzen zu harmonisieren“.

Nach den Vorträgen entstand eine rege Diskussion zu verschiedenen Aspekten im Umgang mit großen Datenmengen. Es zeigte sich, dass dieses drängende Thema die Gäste so ansprach, dass auch nach der Veranstaltung weiter diskutiert wurde.

Dr. Katrin Dreßler, Senior Manager Health Policy bei der Bayer Vital, freute sich über die interessanten Diskussionsbeiträge und das anhaltend hohe Interesse an diesem Dialogformat. Ansporn für sie, den Politik-Lunch fortzusetzen - die nächste Veranstaltung kündigte sie für Herbst 2019 an.

Die Veranstaltungsreihe „Politik-Lunch" richtet sich an ReferentInnen der Bundestagsfraktionen und der Vertretungen der Bundesländer mit dem Aufgabenbereich Gesundheitspolitik, an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten aus verschiedenen Ausschüssen sowie aus den Ministerien und der Gemeinsamen Selbstverwaltung.
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