„Neue Wege in der Krebstherapie. Was bedeutet die Präzisionsonkologie für Patienten und Gesellschaft?“

17. Bayer Politik-Lunch in Berlin eröffnet Einblicke in die Präzisionsmedizin

Jeder zweite erkrankt im Laufe des Lebens an Krebs, fast jeder vierte stirbt daran - eine erschütternde Aussage. Daher brauchen wir in der Krebsbehandlung weiter medizinischen Fortschritt. Die jüngste Entwicklung, die Präzisionsonkologie, rückt jetzt in den Fokus. Hierbei ist es weniger maßgeblich, an welcher Stelle des Körpers Krebs auftritt – man betrachtet stattdessen seinen molekular-genetischen Abdruck. Anders als bei der Chemotherapie gehen die Ärzte bei dieser Methode gezielt statt flächendeckend vor. Das kann die Wirksamkeit der Behandlung erhöhen und die gefürchteten Nebenwirkungen reduzieren. Die Abteilung Health Policy der Bayer Vital hat dieses aktuelle Thema zum Anlass genommen, um zahlreiche Gäste aus der Gesundheitspolitik dazu zu informieren und mit ihnen zu diskutieren.

Bayer Mitarbeiter im Gespräch mit den beiden Referenten Markus Wartenberg und Prof. Dr. Christof von Kalle (v.l.n.r.)

Prof. Dr. Christof von Kalle vom Berlin Institute of Health zeigte an Hand der Aufwendungen im deutschen Gesundheitssystem, dass die Sorge um eine Kostenexplosion durch wirksame neue Krebsmedikamente im Moment unberechtigt ist. Bezogen auf die Krebstherapie „versuche Deutschland mit ungefähr 6 Prozent Gesamtkosten für alle Arten der Krebstherapie, also mit einem Fünfzehntel der gesamten Gesundheitsausgaben zu bekämpfen, was jeden Vierten in Deutschland umbringt“. Er machte deutlich: „Die Präzisionsonkologie bietet großartige Möglichkeiten auf dem Weg zu einer optimierten Krebsbehandlung“. Gebraucht werde dafür aber ein „Patienten-zentriertes Gesundheitsdaten-Management“, um komplexe Gesundheitsdaten aus verschiedenen Quellen für Patientinnen und Patienten zugänglich und nutzbar zu machen.

Markus Wartenberg, Vorstandsmitglied der Sarkom-Patientenorganisation "Das Lebenshaus e.V.“ schilderte in seinem Vortrag, welche Chancen und Herausforderungen die Präzisionsonkologie für PatientInnen mit sich bringt. Seinem Verständnis nach bedarf es, auch im Bereich der Onkologie, „klarer Begriffsdefinitionen, verständlicher Patienteninformationen sowie mehr und besserer Patientenbeteiligung in allen Bereichen des Gesundheitswesens“. Auch er sieht im Umgang mit medizinischen Daten ein Kernthema. Seiner Erfahrung nach sind besonders Krebspatienten bereit, ihre Daten für Forschung und Studienteilnahmen zur Verfügung zu stellen. Er forderte „Patientenvertreter frühzeitig in die Planung von Forschung einzubeziehen - also auf Basis von Betroffenenerfahrungen und -bedürfnissen zu forschen - statt über die Köpfe der Patientinnen und Patienten hinweg“.

Nach den beiden Vorträgen entstand eine rege Diskussion, die insbesondere die Chancen und Herausforderungen der Erhebung, Bereitstellung und Nutzung der medizinischen Daten beinhaltete. Es zeigte sich, dass die Präzisionsmedizin in Verbindung mit der Digitalisierung die Gäste so ansprach, dass nach der Veranstaltung weiter diskutiert wurde.

Dr. Katrin Dreßler, Senior Manager Health Policy bei der Bayer Vital, freute sich über die spannenden Diskussionsbeiträge und das anhaltend hohe Interesse an diesem Dialogformat.

Die Veranstaltungsreihe „Politik-Lunch" richtet sich an Referenten der Bundestagsfraktionen und der Vertretungen der Bundesländer mit dem Aufgabenbereich Gesundheitspolitik, an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten aus verschiedenen Ausschüssen sowie aus den Ministerien und der Gemeinsamen Selbstverwaltung.
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