22. Bad Orber Gespräche über kontroverse Themen im Gesundheitswesen

Reformbedarf im Krankenhaus- und Arzneimittelbereich nach der Wahl

Berlin. Während in Berlin noch ein politisches Vakuum herrscht, haben Entscheider aus Politik, Selbstverwaltung und Wissenschaft bei den diesjährigen "Bad Orber Gesprächen" miteinander diskutiert, welche Reformbaustellen im Gesundheitssystem in Deutschland abzubauen sind.

In seiner Begrüßungsrede ging Marco Annas, Leiter Health Policy bei Bayer Vital, auf den Reformbedarf im Gesundheits- und Arzneimittelbereich ein: "Auch wenn im Wahlkampf und bei den Sondierungen die Gesundheitspolitik so gut wie keine Rolle spielte, dürfte dennoch allen Akteuren im System klar sein: es gibt nach wie vor Handlungsbedarf. Darüber kann auch die gute Finanzlage in der GKV nicht hinweg täuschen", so Annas. Er sieht Nachbesserungs- bedarf insbesondere in der frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln, beim Aufbau des Arztinformationssystems und bei der Preisgestaltung neuer Arzneimittel.

Welche Themenfelder gilt es im Arzneimittelbereich in der 19. Legislaturperiode zu bearbeiten?
Dazu haben am zweiten Tag der Diskussionsveranstaltung maßgebliche Entscheider aus der gemeinsamen Selbstverwaltung, aus der Wissenschaft und der Pharmaindustrie vor rund 80 Gästen Stellung bezogen. Ein großer Strauß von Themen aus dem Arzneimittelbereich wurde aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, Spannungsfelder ausgeleuchtet und Lösungsvorschläge unterbreitet. Großen Raum nahm die regionale Verordnungssteuerung ein. Hierzu machte Dr. Christian Stallberg (NOVACOS Rechtsanwälte) aus juristischer Sicht deutlich, dass es keine "Anders- oder Gegenregulierung" zu den bundesweit gültigen Beschlüssen der frühen Nutzenbewertung auf regionaler Ebene geben dürfe. Dieser Auffassung schlossen sich auch Prof. Josef Hecken (Unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses) und Dr. Antje Haas (GKV-Spitzenverband, Abteilung Arznei- und Heilmittel) an.

Der vfa-Vorsitzende Han Steutel (Bristol-Myers Squibb) verdeutlichte anhand weniger Zahlen den Innovationsmotor Pharmaindustrie: "Rund 15 Millionen Euro pro Tag und 5,4 Milliarden Euro pro Jahr geben die Mitgliedsunternehmen des vfa allein für Forschung und Entwicklung in Deutschland aus". Insbesondere in der Onkologie sei der medizinische Fortschritt teils "revolutionär". Das habe zu einer spürbaren Verbesserung in der Versorgung, aber nicht zu einer Kostenexplosion geführt.

Herausforderungen vor der das Gesundheitswesen bei der Digitalisierung (Prof. Eibo Krahmer) steht, wurden genauso diskutiert, wie Nachjustierungen im Rahmen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (Prof. Greiner, Prof. Hecken). Um zu einer Verbesserung der Versorgung von Patienten zu kommen, darf es keinen Reformstillstand im Arzneimittelbereich geben - verdeutlicht wurde dies durch die vielfältigen Lösungsvorschläge, die die Referenten zur Diskussion stellten.

"Bad Orber Gespräche": Kontrovers seit 22 Jahren
Die gesundheitspolitische Gesprächsrunde der Bayer Vital GmbH findet jährlich im November statt. Sie wurde 1995 in dem gleichnamigen hessischen Kurort ins Leben gerufen. Seit 2007 lädt die Abteilung Health Policy gemeinsam mit dem Krankenhausunternehmen Vivantes Gesundheitsexperten nach Berlin ein, um aktuelle Entwicklungen in der Gesundheitspolitik zu diskutieren. Als langjähriger Schirmherr der Veranstaltung fungiert Professor Dr. Eberhard Wille, stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen.
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