Nach der Regierungsbildung – vor den Reformen im Krankenhaus- und Arzneimittelbereich

23. Bad Orber Gespräche

Während die Politik zahlreiche gesundheitspolitische Aufgaben aus dem Koalitionsvertrag abarbeitet, diskutieren Entscheider aus Politik, Selbstverwaltung und Wissenschaft bei den diesjährigen „Bad Orber Gespräche“ miteinander, welche Reformen im Krankenhaus und Arzneimittelbereich nötig seien, die es umzusetzen gelte.

In seiner Begrüßungsrede schätzt Frank Schöning, Geschäftsführer Bayer Vital, ein, dass alle durch den Gemeinsamen Bundesausschuss nutzenbewertete Arzneimittel flächendeckend ihren Weg in die Versorgung finden müssen. Schöning lenkte dabei den Fokus auf Fortschritte in der Krebsbehandlung durch die Präzisionsonkologie. Patienten mit einer maßgeschneiderten Therapie gezielt zu behandeln, erfordere die Anerkennung neuer Studiendesigns und noch unsicherer Nachweissicherheit. Schöning mahnte: „Wir haben die Verantwortung, alles zu tun, damit solche zukunftsversprechenden Therapieansätze nicht aus formalen Gründen durch die Methodik des AMNOG scheitern und sie somit nicht zum Patienten gelangen“.

Themenfelder, die auf der politischen Agenda im Arzneimittelbereich stehen

Am zweiten Tag der Dialogveranstaltung haben Gesundheitspolitiker und maßgebliche Akteure aus der gemeinsamen Selbstverwaltung, aus der Wissenschaft und der Pharmaindustrie vor rund 60 Gästen Impulse gesetzt und Positionen ausgetauscht. Themen wie die Ausgestaltung des Arztinformationssystems oder – brandaktuell – die Regelungen aus dem Entwurf eines Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) oder wie in den Jahren zuvor die Bilanz und zugleich die Herausforderungen beim AMNOG wurden rege und auch kontrovers diskutiert.

Dr. Markus Frick, Geschäftsführer Markt und Erstattung im Verband forschender Arzneimittelhersteller machte deutlich, dass das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) gar keine frühe Zusatznutzenbewertung mehr beinhalte. Schon heute fänden vielfach Mehrfachbewertungen statt und 2018 gab es sogar schon mehr Wiederholungs- als Erstbewertungen. Auf der anderen Seite machte Frick klar, „Deutschland ist eine der Apotheken der Welt“ mit hohen Exportquoten an Arzneimitteln, einer großen Zahl klinischer Studien und einer beeindruckenden Bilanz des medizinischen Fortschritts. Dies gelte es wertzuschätzen und zu erhalten.

Bei allen Vorträgen wurde deutlich, dass noch viele Aufgaben im Arzneimittelbereich auf Bearbeitung warten. Unterschiedliche Fragen wurden nach den Vorträgen diskutiert und Lösungsansätze vorgestellt - die Bad Orber Gespräche widerspiegelten wieder einmal die Bandbreite unterschiedlicher Positionen und Einsichten.

Kontrovers seit 23 Jahren: Die „Bad Orber Gespräche“
Die gesundheitspolitische Gesprächsrunde der Bayer Vital GmbH findet jährlich im November statt. Sie wurde 1995 in dem gleichnamigen hessischen Kurort ins Leben gerufen. Seit 2007 lädt die Abteilung Health Policy gemeinsam mit dem Krankenhausunternehmen Vivantes Gesundheitsexperten nach Berlin ein, um aktuelle Entwicklungen in der Gesundheitspolitik zu diskutieren. Als Schirmherr der Veranstaltung fungiert Professor Dr. Eberhard Wille, stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen.

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